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Evangelisch-methodistische Kirche

Bezirk München-Friedenskirche

Herzlich willkommen in der Friedenskirche

mit den Gemeinden München-Friedenskirche und Otterfing

Ausschnitt aus der Festrede zum 125-jährigen Bestehen im November 1999

Am Anfang der Gemeindegründung stand ein Beschluß des Wesleyanischen Missionskomitees, gefasst 1873 in Newcastle, einen Prediger nach München zu schicken. Da in jenem Jahr in München die Cholera herrschte, kam Prediger Beutenmüller erst ganz am Anfang 1874 hierher und hielt die erste methodistische Versammlung in der Dachauerstr. 5.

Mehrfach wurde danach das Lokal gewechselt: 1875 „Am Einlaß“, dann im Tal neben der Weißbräu-Bierhalle. 1883 baute Prediger Schweikher auf eigene Rechnung die Angertorkapelle in der Müllerstrasse.

1903, dem Geburtsjahr unseres ältesten noch lebenden Gemeindeglieds, hatte die Gemeinde 94 Mitglieder und traf sich in der Sonnenstr. 9. Als der Saal dort zu klein wurde, gründete Prediger Haigis den „Bauverein der Bischöflichen Methodisten“ und begann im Jahr vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit dem Bau der Frauenlobkapelle. 1915 war die Einweihung durch Bischof Nuelsen.

In den Jahrzehnten danach wurden an vielen Orten in Ober- und Niederbayern Versuche unternommen, Gemeinde zu gründen – alle blieben erfolglos.

Die Zeit zwischen den Weltkriegen wird als Phase der Konsolidierung beschrieben, in der es gelang, einen guten Mitarbeiterkreis zu bilden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem viele Männer aus der Gemeinde umkamen, wurde der Kirchenraum durch Pastor Haug 1946 wieder eingeweiht. In jenen Jahren kamen rund 10 Kirchen und Gemeinschaften in unseren Räumen unter – auch der „Anker-Verlag“ unserer Kirche nahm hier seine Arbeit neu auf.

1969/70 wurde das Anwesen grundlegend renoviert – auch der Kirchensaal wurde neu gestaltet. 1989 schließlich war auch das Untergeschoß komplett neu gestaltet – so wie wir es heute vorfinden.

Diese Fakten sind nur ein Teil des Bildes unserer Bezirksarbeit. Vier weitere Bereiche müssen noch genannt werden:

1882 kamen zwei methodistische Familien, Rieker und Flinspach, von Großgartach, Bezirk Heilbronn in die Gegend von Holzkirchen. Mit vier Versammlungsorten in Erlach, Palnkam, Thalham und Gumpertshausen wurde die Landgemeinde gegründet. Nach vielen Jahren der Bauplatzsuche wurde 1994 mit dem Bau eines Gemeindehauses begonnen, das wir im September 1995 in Otterfing einweihen konnten. Seither wohnt der weitere Pastor des Bezirks in Otterfing mit dem Schwerpunkt der Arbeit in unserer Landgemeinde. (ausführlich siehe Otterfing-Seite)

Rund 10 Jahre vor der Jahrhundertwende kamen die ersten Schwestern von Martha-Maria nach München. Ausgehend von einer Privatpflegestation steht heute ein modernes Krankenhaus und ein Senioren- und Pflegeheim in Solln, das von den Bezirken Friedenskirche und Enhuberstr. mitbetreut wird. (ausführlich siehe Martha-Maria-Seite)

Ausgehend vom Diakoniewerk Bethesda Wuppertal wurde 1921 eine Gemeinde der Evangelischen Gemeinschaft gegründet, die ab 1925 in der Paul-Heyse-Str eine eigene Kapelle hatte. Von hier aus wurden die EG-Gemeinden in Augsburg und in Wien mitversorgt. Nach dem Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg zerstörten Kapelle scheiterte ein umfassender Neubau an der Behörden der Stadt.

1968 erfolgte die Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft und der Methodistenkirche zur heutigen Evangelisch-methodistischen Kirche. Im Jahr 1971 vereinigten sich die beiden Bezirke Frauenlobstr. und Paul-Heyse-Str – ein Drittel der Glieder der EG-Gemeinde schloß sich der Gemeinde der Enhuberstr. an.

Schließlich wurde 1984 in München eine internationale englisch-sprachige methodistische Arbeit gegründet als ein Arbeitszweig unseres Gemeindebezirkes. Inzwischen ist aus dieser Arbeit ein eigener Gemeindebezirk München-Peace Church geworden, dessen Gottesdienst hier im Haus an manchen Sonntagen besser besucht sind als unsere eigenen.

Heute - 1999 – feiern wir 125 Jahre unserer Arbeit. Wir zählen etwa 600 Mitglieder, Angehörige und Freunde, die in rund 100 verschiedenen Orten in einem Radius von etwa 150 km wohnen.

Als Freikirche, die Freiwilligkeitskirche ist, müssten wir heute abend eigentlich unzählige Namen nennen von Menschen, die diese Arbeit getragen und gestaltet und oft verbunden mit großen Opfern und großem persönlichem Einsatz dahin gebracht haben, wo wir heute stehen.

Der kleine Rückblick ist ein großer Dank an sie alle, die ihren Glauben sichtbar werden ließen und in diesem Haus für viele Menschen eine äußere und eine geistliche Heimat geschaffen haben. Das ist uns Verpflichtung und Ermutigung zugleich für unseren Weg nach vorne.

Dieser kleine Rückblick ist vor allem auch eine Erinnerung an Gottes Gegenwart und sein Wirken in vielen Menschen. Ihm verdanken wir, was wir heute feiern. Darum auch das Motto über der Einladung zu diesem Abend: Und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat....

Um Gottes Mitgehen und seinen Segen bitten wir für unsere Arbeit in der Zukunft – damit in allem, was wir tun, möglichst viel von seiner Zuwendung zu uns sichtbar wird.

Reiner Kanzleiter

 

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